Pauschal dagegen

So nun ist es an der Zeit, Härte zu zeigen und sich gleich einmal unbeliebt zu machen. Denn es gibt Umfragen, die eine deutliche Sprache sprechen für die Einführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer und es gibt Betrachtungen (Link nicht mehr gefunden), die Probleme durch die Abschaffung der Pendlerpauschale sehen. Dennoch muss dies nicht automatisch bedeuten, dass die Einführung der Pauschale eine gute Sache wäre, möglicherweise kommt ein Großteil der Zustimmung ja einfach aus der Tatsache, dass es für einen großen Teil der Bevölkerung mehr Geld gibt. Es mag ja notwendig sein, mehr Geld insbesondere auch in den unteren Einkommenschichten zu verteilen. Aber nicht so!

Mit der Einschränkung der Pendlerpauschale wurde zumindest ein kleiner Schritt aus dem unübersehbaren Steuerdschungel getan. Eine komplette Abschaffung wäre konsequenter gewesen. Die Wiedereinführung der Pauschale vom ersten Kilometer an wäre ein Schritt in die falsche Richtung und ein fatales Signal für das Projekt Bürokratieabbau.

Im Gegenzug scheint der Nutzen einer solchen Maßnahme okölogisch und ökonomisch doch zumindest zweifelhaft. Immerhin begünstigt sie, dass Berufstätige einen immer größeren Aufwand an Zeit und Energie für ihren täglichen Weg zur Arbeit auf sich nehmen. Zudem dürften die meisten Pendler ihren Ausgleich für diesen Aufwand bereits längst erhalten haben. Sei es durch einen genehmeren Wohnort oder durch massive Einsparungen bei Miet- und Immobilienpreisen. Eine zusätzliche Pendlerpauschale hieße für einen Großteil der Betroffenen ganz einfach: doppelt abkassieren auf Kosten der Allgemeinheit.

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2 Antworten

  1. Lichtan sagt:

    man bekommt hier leicht den eindruck, dass sich berufstätige über die pendlerpauschale ein zweites einkommen verschaffen wollen. wer sich jedoch täglich, stoßstange an stoßstange, bei viel zu grellem gegenlicht, ein und mehrere stunden auf den weg zur arbeit und zurück machen muss sieht das anders. ist nicht die konzentration der arbeit auf immer weniger orte daran schuld, dass so viele menschen pendeln müssen? sind es nicht die groß angelegten gewerbegebiete ohne bahn oder busanbindung, die den pendlerstrom verursachen? hier muss erst einmal gefragt werden was wir eigentlich wollen, einen mobilen arbeitnehmer, der am besten über eine leiharbeitsfirma beschäftigt wird oder eine nachhaltige verkehrs-, wirtschafts-, und sozialpolitik.

  2. Aerar sagt:

    Sicherlich sind die Pendler keine homogene Masse. Es gibt die “Leiharbeiter” auf der einen Seite, die täglich hunderte von Kilometern reisen müssen, um überhaupt einen Job zu bekommen, aber auch “Absahner”, die in einen preiswerteren und schönen Ort am Stadtrand ziehen (Stichwort: “Speckgürtel”) und zusätzlich die Pendlerpauschale miteinkassieren.

    Ich will lieber eine nachhaltige Verkehrs-, Wirtschafts-, und Sozialpolitik und darum lieber die Ursachen der Probleme bekämpfen und nicht die Symptome. Denn es hat kaum jemand ein Interesse daran, dass sich täglich Millionen von Menschen Stoßstange an Stoßstange zur Arbeit quälen. Eine Regelung, die solches Verhalten unterstützt führt daher in die falsche Richtung.