Überflüssige Kontrolle
In den Warteschlangen zur Sicherheitskontrolle am Flughafen kann man noch immer Verzweifelte beobachten, die in den letzten Zügen liegen. In den letzten Zügen einer Literflasche Apfelschorle oder Mineralwasser, die sie aus Sicherheitsgründen nicht mit an Bord nehmen dürfen. Andere Flüssigkeiten wie etwa Hygieneartikel und Deodorants werden zum Glück seltener vor Ort aufgebraucht und wandern dafür meist direkt in einen der eigens bereit gestellten Mülleimer.
Einmal abgesehen von den riesigen Mengen an Kleinstwerten wird hier im großen Stil etwas anderes vernichtet, nämlich Zeit und Geld. Zu der verlängerten Wartezeit an der Sicherheitskontrolle kommt insbesondere für Geschäftsreisende ein zusätzliches Warten auf Gepäck, das früher als Handgepäck durchgegangen wäre. Bei Hin- und Rückflug liegt der Zusatzaufwand dafür schnell bei einer Stunde. Für einen regelmäßigen Handlungsreisenden kommt auf diese Weise jedes Jahr eine knappe Arbeitswoche Mehraufwand zusammen.
Ob durch die Maßnahme auch nur ein einziger Anschlag verhindert werden kann, wird sich wohl kaum sicher sagen lassen. Doch die zusätzlichen Kontrollobjekte werden die Erkennungsquote anderer gefährlicher Gegenstände, die bei sogenannten “Realtests” öfter erschreckend gering ausfällt, vermutlich nicht erhöhen. Überzogene Sicherheitsmaßnahmen erreichen ein Ziel allerdings sicher: das Schüren von allgegenwärtem Mißtrauen und Unsicherheit verbunden mit unnötigen Kosten.
Pingback from Aerar » Terror wirkt mit Sicherheit
Time 31. Dezember 2009 at 02:09 am
[...] Nach wie vor denke ich, dass die Hauptwirkung von (versuchten) Terroranschlägen in den panischen Reaktionen der westlichen Welt liegen, die mit selbst gemachten Freiheitsbeschneidungen, Isolation durch Fremdenangst und Verschwendung von Geld und Lebensqualität auf solche Anschläge reagiert. Selbst der möglicherweise mächtigste Mann der Welt kann sich dieser “Logik” nicht länger entziehen. Dass derartige Massnahmen ins Leere gehen, da es zum einen niemals komplette Sicherheit geben kann und zum anderen genügend “weiche Ziele” (z.B. Hochgeschwindigkeitszüge) verfügbar sind, fällt dabei gezielt unter den Tisch. Man braucht nicht allzuviel Phantasie um hunderte Menschen umzubringen, wenn man die notwendige Menschenverachtung mitbringt und dabei bereit ist, sein eigens Leben zu opfern. [...]