Rekritik: Die Irrtümer der Guttenberg-Gegner

Manchmal finde ich im Internet Artikel, bei denen ich versucht bin, einen Kommentar zu schreiben, aber bald merke, dass die Antwort möglicherweise zu lang werden könnte und vielleicht eher einen eigenen Artikel rechtfertigt. Dieses will ich bei Bedarf unter der Überschrift “Rekritik” tun.

Manchmal fällt es schwer, eine Kritik zu schreiben, weil man nicht mal unterscheiden kann, ob das Kritisierte überhaupt ernst gemeint ist, oder ob es sich um eine Persiflage handelt. Selbst wenn sich am Ende rausstellt, dass man selbst der Dumme ist, weil man die Ironie des Textes nicht verstanden hat, bleibt dennoch Kritik am Text übrig, der seine Ironie so darbringt, dass vermutlich noch weitere Dumme daraufhineinfallen. Doch zur Sache. In einer SPON-Kolumne schreibt Jan Fleischhauer über die „Irrtümer der Guttenberg-Gegner„.

Die sind rasch zusammengefasst und brauchen eigentlich nur ohne Erklärung aufgelistet werden, um zu sehen warum sie alle falsch und ausgemachter Blödsinn sind (insofern bin ich mir immer noch nicht sicher mit der Ironie):

Guttenberg kann der bürgerlichen Welt keinen Schaden zufügen – schließlich ist er Adeliger:

„Mit dem Fall Guttenberg droht nun angeblich der bürgerlichen Wertewelt irreparabler Schaden. Dabei übersehen die Kritiker, dass der Umgang des Freiherren mit den Wissenschaftsstandards typisch für die laxe Art des Adels ist – und gerade nicht fürs Bürgertum.“

Beliebte Politiker zum Rücktritt zu bewegen ist moralisch unanständig

„Jedes Kind durchschaut ja die Empörungsroutine, mit der jetzt das Opfer des Volkslieblings gefordert wird. Der Opposition geht es nicht um die Wissenschaftsstandards in Deutschland, sondern um den Fall eines Ministers, der so populär ist, wie alle Führer der Gegenseite zusammen nie sein werden. Das ist legitim, hat aber nichts mit Moral zu tun.“

Nicht der Betrüger ist Schuld, sondern die unaufmerksamen Aufpasser

„So gesehen sollten die Professoren, die jetzt dem Minister mit der ewigen Verachtung des Wissenschaftsbetriebs drohen, ihren Zorn lieber gegen die eigenen Kollegen richten, die für eine aus Zeitungsartikeln und Lexikoneinträgen zusammengeschusterte Arbeit ein „summa cum laude“ verleihen, Plagiat hin oder her“

Ich habe lange nicht soviel Blödsinn in einem professionellen Medium gelesen (von den üblichen Verdächtigen mal abgesehen). Vielleicht kann mich ja doch noch jemand erleichtern und mir bestätigen, dass es sich um Ironie handelt. Ich habe lange nicht so schlechte Ironie in einem professionellen Medium gelesen.

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