Was sind schon 24 Prozent?
“Lediglich 24 Prozent finden, er müsste zurücktreten. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage im Auftrag der ARD-Sendung “Hart aber fair”.” liest man in einem Guttenberg-Artikel mit dem Titel “Guttenberg ist beim Volk beliebter als zuvor“. Also, ich weiß nicht, ob ich da die gleichen Maßstäbe habe wie der Spiegel. Zurücktreten heißt für mich Note sechs. Durchgefallen. Hau ab. Das ist deutlich mehr als das typische “ich bin mit der Arbeit von X (eher) unzufrieden.”
Zugleich sind angeblich allerdings “73 Prozent mit seiner politischen Arbeit zufrieden”. Eine solche Diskrepanz deutet für mich darauf hin, dass solche Umfragen entweder bloßer Unsinn sind oder dass Herr zu Guttenberg ist, was man neudeutsch einen Volkstribunen nennt.
Nachtrag (22:52): Beim Spiegelfechter sieht die Umfragewelt für den Minister noch schlimmer aus.
Nachtrag (24.02.2011): Oder man betrachtet gleich die Verhältnismäßigkeit, statt sich auf Umfragen zu berufen.
Nachtrag (24.02.2011): Die Umfragenwelt ist aber auch uneinheitlich. SPON hat einige von ihnen zusammengetragen.
Comments
Pingback from Aerar » Fragen zum Plagiats-Vorwurf gegen zu Guttenberg
Time 28. Februar 2011 at 07:30 pm
[...] in einem vorigen Artikel habe ich darauf hingewiesen, dass sich in den verschiedenen Umfragen teilweise ein sehr [...]
Pingback from Aerar » Prof. Lepsius Interview
Time 26. Februar 2011 at 08:32 pm
[...] Eine solche Interpretation ist dann allerdings doch zu weit gesprungen. Herr zu Guttenberg hat seinen Fehler ja mittlerweile erkannt und eingeräumt und verleugnet in diesem Fall keineswegs die Tatsachen. Allein den Vorsatz leugnet er, sondern behauptet, lediglich “unachtsam” gearbeitet zu haben. Wenn er, wie ich glaube, vorsätzlich oder vielleicht gar durch einen Ghostwriter gehandelt hat, dann ist er ein Lügner und ein Betrüger, andernfalls lediglich unfähig gewesen. Aber auch das sollte bereits ausreichen, seine Eignung als Minister in Frage zu stellen. [...]