Auswertung: Prognosen 2011

Wie einige andere auch, habe ich mich Anfang des letzten Jahres an einer Prognose für 2011 versucht und nun will ich noch einmal kurz darlegen, wie gut oder eher wie schlecht ich mit meinen Einschätzungen gelegen habe. Letztlich hat eine solche Auswertung ja lediglich sportlichen Charakter, weil die mittlerweile eingetretene Wirklichkeit wesentlich interessanter ist als Orakeleien aus dem letzten Jahr. Andererseits ist das Erstellen einer solchen Prognose nur halb so spannend, wenn man sie nicht kurz bewertet. Kommen wir kurz zu den einzelnen Punkten:

1. Das bedeutendste Ereignis

Ich hatte behauptet, das bedeutendste Ereignis 2011 wäre weiterhin die Wirtschaftskrise. Ich denke, diese war auch sehr bedeutend und hat die ganze Zeit geschwelt, ohne jedoch richtig auszubrechen. Insofern ist sie trotz zahlreicher Regierungsrücktritte klar getoppt von Fukushima und der anschließenden Atomwende in Deutschland. Auch den Arabischen Frühling schätze ich als klar bedeutender ein. Weitere Kandidaten wären die Wahlerfolge der Piraten und das Ins-Fokus-Geraten eines (terroristischen) Rechtsextremismus.

Immerhin die Wirtschaftskrise an sich ist grob korrekt eingeschätzt. Italien ist in Schieflage geraten. Von Irland hört man eher Gutes und von Portugal nur wenig, was nicht notwendig Gutes verspricht. Wegen der Unvorhersehbarkeit von Naturkatastrophen und der grob richtigen Einschätzung der Wirtschaftkrise, gebe ich mir für diese Prognose großzügige 3/10 Punkte.

2. Parteienlandschaft

Die Piraten habe ich in meiner Prognose komplett verschlafen, was einen neuen Stimmenpool für etwa 5% der Stimmen schafft. Das hat naürlich auch Auswirkungen auf meine anderen Tipps, allerdings liegen diese so daneben, dass ich die Piraten nicht als Ausrede gelten lassen will. In absoluten Zahlen und in der Tendenz liege ich fast überall verkehrt. Lediglich die SPD- und die Grünen-Prognose waren leidlich richtig und das sogar trotz Fukushima. Insofern: 2/10 Punkte.

3. Der bedeutendste Rücktritt

Westerwelle stimmte, war aber auch der leichteste Tipp. Die anderen Tipps sind nicht eingetreten. Da in Deutschland wenig zurückgetreten wurde, ist der Kandidat für den bedeutendsten Rücktritt in Deutschland diesmal Christian Lindner, der noch mehr als Westerwelles Rücktritt den Niedergang der FDP untermauerte.

International sind außerdem so viele Regierungschefs zurückgetreten (worden). Hier gebe ich den Titel an Silvio Berlusconi, weil er schon zu lange fällig war und an die arabische Despotenriege. Der nachhaltigste Rücktritt dieses Jahr hätte an Kim Jong-il gehen können, wenn ihm nicht direkt auf dem Fuße sein Sohn folgen würde. Für Westerwelle kriege ich aber immerhin 1/10 Punkte.

4. Wirtschaftentwicklung

Ohne ins Detail gehen zu wollen. Ganz grob war’s so. Der große Einbruch ist tatsächlich ausgeblieben. Also 5/10 Punkte.

5. DAX

Wie ich auf 8000 Punkte komme, kann ich im Nachhinein auch nicht genau erklären. Eigentlich war der Tipp wegen der Geldmenge nicht völlig dumm, aber nun ist noch viel mehr Geld in Umlauf, Goldpreise sind durch die Decke geschossen und der DAX lag 2011 trotzdem bestenfalls bei gut 6000 Punkten. Was machen die Banken mit dem Geld? Wirklich alles verbrennen oder doch privat in die deutsche Autoindustrie investiert?

6. Grand Prix

Lena war tatsächlich noch mal besser als gedacht, was aber keinesfalls „gut“ heißen soll. England war sogar noch dahinter, so dass ich mit meinem vagen Tipp „hinter einem osteuropäischen Land“ nicht mehr als 2/10 Punkte verdiene.

7. Bundesliga

Wenn man die Lage der letzten Saison zur Winterpause betrachtet, war der Tipp mutig und ist daher auch nicht komplett so eingetreten, insbesondere, was den HSV und Schalke 04 betrifft. Mit meinem Tipp für diese Winterpause liege ich aber ganz gut, so dass 5/10 Punkte nicht unverdient sind.

Insgesamt habe ich aber doch recht schlecht getippt. Was allerdings auch zu erwarten war, denn erstens bin ich kein wirklicher Experte und zweitens sind Prognosen von Jahresereignissen zum Großteil auch Glück und Wahrsagerei. Auch, wenn es spannend ist, mit seinen Gedanken vom Vorjahr konfrontiert zu werden, lasse ich das Augurentum dieses Jahr besser sein.

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