Privat-Parteien

In Amerika scheint es, ohne dass ich es genauer weiß, üblich zu sein, dass zumeist Milliardäre oder zumindest Millionäre um (politische) Ämter konkurrieren, nicht zuletzt wegen der hohen Wahlkampfkosten, die in den USA obligatorisch sind.

Auch in Europa ist das Experiment „Milliardär macht (sich) Politik“ durch Silvio Berlusconi bekannt geworden. War dies bislang teils belächelt, teils mit Sorge um Italien und Europa betrachtet worden, so schien doch gewiss, dass das in Deutschland nicht passieren könnte. Zwar gibt es auch hier die unschöne Praxis der Parteispenden, doch schien klar, dass offiziell im deutschsprachigen Raum Milliardäre bestenfalls Fussballvereine gründen oder kaufen.

Nun aber scheinen sich die Gerüchte zu bestätigen, dass in Österreich der Milliardär Frank Stronach mit einer eigenen Partei an den österreichischen Nationalratswahlen teilnehmen will. Auch wenn sich eine Partei nicht ganz so stramm führen lässt wie ein Fussballverein, sind die Einflussmöglichkeiten eines derart potenten Geldgebers nicht zu unterschätzen. Der eventuell geplante Parteiname „Team Stronach für Österreich“ klingt zwar auf surreale Weise lustig, jedoch ist das Phänomen in meinen Augen eine ernsthafte Bedrohung für die Demokratie und ich kann daher eigentlich nur dazu raten, derartige Parteien aus Prinzip nicht zu wählen. Denn ich halte diese ersten Gehversuche für eine ernsthafte Gefahr für die Demokratie und zumindest die „Gleichheit“ könnte dabei langfristig auf der Strecke bleiben.

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