Grundsatzleserei

Programme und Grundsatzartikel sind in der Politik durchaus sinnvoll, um die Gedanken und die Begründungen darzulegen, die hinter konkreten politischen Ideen stecken. Leider sind programmatische Artikel oft so butterweich und pseudointellektuell formuliert, dass man sie als normaler Mensch kaum lesen mag und hinterher vieles hinein interpretieren kann. Oft dienen diese Texte auch nur zur Beruhigung bestimmter Strömungen innerhalb einer Partei und bleiben darum häufig vage Absichtserklärungen.

Man kann die Kritik an solchen Texten aber auch übertreiben. Wenn sich Michalis Pantelouris zum Beispiel mit dem Absatz „Arbeit und Mensch“ der Piratenpartei auseinander setzt, fällt die Kritik meiner Meinung nach härter als als notwendig gewesen wäre. Denn manchmal sind Programme nicht inhaltlich schwach, sondern so gemeint wie sie geschrieben sind. Auch, wenn das dem eigenen politischen Denken widerspricht. In diesem Fallen sagen die Piraten:

„Arbeit ist ein wertvoller Bestandteil unseres Lebens. Ein großer Anteil der für Menschen unangenehmen Arbeit kann mittlerweile durch Maschinen erledigt werden. Eine Vollbeschäftigung aus Prinzip ist darum weder sinnvoll noch machbar. Aus diesem Grund müssen alle Menschen am Gesamtwohlstand, eventuell durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, beteiligt werden.“

Wenn meine Zusammenfassung korrekt ist, hoffe ich, dass es wirklich, wie im Titel angekündigt, der letzte Text von Michalis Pantelouris zu den Piraten ist, und dass er niemals irgendwelche Grundsatzprogramme verfasst.

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