Netzgemeinde wieder eingemeindet

Immerhin ist den „richtigen“ Medien die Diskussion innerhalb der Netzgemeinde einen Artikel wert, wenn auch nur in der Rubrik „Netzwelt“ bei SpOn, doch mehr ist da vermutlich realistischerweise auch nicht zu erwarten. Die Frage ist eher, ob es da ein Thema wäre, wenn nicht Sascha Lobo dort eine Kolumne schrieben würde.

Der Beitrag allerdings lässt mich fast befürchten, dass die Bedeutung der Netzgemeinde für die Medien wirklich sehr gering sein muss oder, dass ich selbst kein Teil der Netzgemeinde bin. Das beginnt im Artikel bereits mit der Definition einer Netzgemeinde, die angeblich aus „ein paar Tausend Leuten“ bestünde. Es folgt ein Hinweis auf einen „13.485-Zeichen-Riemen“, der nahelegt, dass man soviel nicht ernsthaft im Internet schreiben könne. Trotzdem wurde der Text nicht nur auf Twitter und Facebook sondern „sogar auf Google+“ verbreitet – vermutlich wohl als Anleitung zum Fremdlesen.

Auch der Spiegel-Artikel erweist sich dann beim Weiterlesen als Anleitung zum Fremdlesen und hangelt sich durch einige der Lobo-Positionen und zitiert dabei weitere „Mitglieder dieser Netzgemeinde“. Das dumme daran ist, dass gerade SpOn bislang eines, wenn nicht das Sturmgeschütz der Netzdemokratie gewesen ist, weil es zumindest Netzpositionen aufgegriffen hat. Wenn man diesen Artikel gelesen hat, bekommt man auch eine Ahnung warum. Anscheinend werden einige der wichtigen „Netzpolitik-Orte“ regelmäßig gescannt und Artikelideen von dort aufgegriffen, wenn es eine irgendwie geartete Bedeutung zu haben scheint. Behandeln mehrere dieser Messpunkte das gleiche Thema, ist es dann eine „Entrüstung im Netz“ oder vielleicht sogar ein Aufruhr, ein Aufschrei oder ein Shitstorm.

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