Wem nützen Neuwahlen?

Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so ausgesehen hat, kennt die Wahl im Augenblick eigentlich nur Verlierer: die FDP sowieso, von den Piraten und den anderen kleinen Parten gar nicht zu reden. Die AfD hat einen Achtungserfolg erzielt, für den sie sich letztlich aber auch nichts kaufen kann (sieht man von der Wahlkostenerstattung ab. SPD, Grüne und Linke haben an Gewicht verloren und sich im Vorfeld der Wahl so weit voneinander angegrenzt, dass sie sich alle Handlungsoptionen genommen haben und die CDU ist der Klassenprimus, neben dem aber keiner sitzen will.

Insofern stellt sich die Frage, ob nicht doch Neuwahlen ein logischer Schritt wäre, die Misere aufzulösen. Prinzipiell sind Neuwahlen natürlich immer schlecht, denn sie sind ein systembedingtes Armutszeugnis der Partei-Block-Politik und der Wähler gewinnt kein Vertrauen in Wahlen, wenn sie solange durchgeführt werden, bis das Ergebnis endlich passt. Immerhin sieht es nach einer aktuellen Umfrage immerhin so aus, als würden aktuell Neuwahlen immerhin fast allen Parteien nützen:

Die FDP würde zwar demnach noch mehr verlieren, aber sie hätte zumindest noch einmal einen Freischuss. Auch die Grünen würden angeblich noch ein paar Prozentpunkte abgeben, während Linke und SPD stabil blieben. Diese Punkte gingen weitgehend an CDU und AfD, sodass letztere dann vermutlich sogar in den Bundestag einziehen würde. SPD, Grüne und Linke könnten sich dann noch eleganter aus der gefürchteten Merkel-Koalition verabschieden und wären so aus dem Dilemma zwischen Staatswohl und Parteienwohl befreit. Nur Sigmar Gabriel würde am Ende weitere vier Jahre warten müssen, um die Früchte seiner Arbeit einzufahren – und in vier Jahren kann viel passieren.

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