Der Himmel über Israel

Nicht nur das Leben auch die Politik scheint mir manchmal wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt, es sei denn man greift gezielt nach dem, was einem am Besten passt. So kritisieren etwa die Mitglieder der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestags die Einstellung der Flugverbindungen zum Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Dabei wissen doch selbst Bild-Leser, wie gefährlich es dort zugehen kann. Aber anscheinend noch gefährlicher ist der symbolische Sieg der Hamas-Terroristen, wenn sie es schaffen, Israel zumindest flugtechnisch und teilweise von der Außenwelt zu isolieren. Insofern wird die potentielle Gefahr klein geredet und die Flugreisenden und die Fluggesellschaften werden aufgefordert, sich zur Aufrechterhaltung der Freiheit nicht so anzustellen. Was außerordentlich erschreckend ist. Denn vermutlich ist die reale Gefahr tatsächlich nicht sonderlich groß, in Israel von einer Hamas-Rakete getroffen zu werden. Allerdings sollte man die Gefahr für Zivilisten nicht noch politischen Wünschen bewerten. Schließlich könnte man sonst auch wieder über die Ostgrenze der Ukraine fliegen, um dem Agressor Putin zu zeigen, dass man sich von ihm und seinen Handlangern nicht einschüchtern lässt.

Der andere Aspekt, der mich sehr verwundert, ist das zeitgleiche israelische Bemühen, die Sicherheit des Luftraums hervorzuheben. „Wir haben erklärt, wie sicher der Himmel über Israel ist, wie sicher der Flughafen ist“, sagte Israels Transportminister Israel Katz dem israelischen Rundfunk. Das heißt also, dass Katz entweder auch bereit ist, den Flughafenbesuchern ein hohes Restrisiko zuzumuten oder aber, dass Israel tatsächlich weitgehend sicher gegen die Angriffe der Hamas ist. Das würde die nicht vorhandene Verhältnismäßigkeit des Einmasches in Gaza jedoch noch weiter verstärken. Irgendwie ist Sicherheit wohl immer ein relativer Begriff, selbst wenn man von ein und der selben Sache redet.

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