Verschlagwortet: Andrea Ypsilanti

Was wählen wir?

Dieser Beitrag verzichtet bewusst auf Zahlenmaterial und bezieht sich stattdessen auf Meinungen und Eindrücke. Und auf die Tatsache, dass Andrea Ypsilanti auf die Spitzenkandidatur bei den sehr wahrscheinlichen Neuwahlen in Hessen verzichtet hat. Diese Nachricht kommt nicht überraschend, denn das Ansehen von Frau Ypsilanti hat in der letzten Zeit massiv gelitten. Vielen gilt sie als unvernünftig (Anbahnung einer äußerst knappen Minderheitenregierung), unzuverlässig (Wortbruch über die Koalition mit den Linken), diktatorisch (Umgang mit Dagmar Metzger) und ungeschickt (Ausbootung von Jürgen Walter) um nur einige der negativen Assoziationen zu nennen. Natürlich ist eine so negative Besetzung eines Spitzenkandidaten ein enormer Ballast bei...

Kein X für Frau Y

Nun ist es passiert. Während die Welt von Andrea Ypsilanti am Morgen noch gut aussah, und sich die CDU noch Sorgen, um einen Regierungswechsel in Hessen machte, brach das Kartenhaus kurz darauf endgültig ein. Gleich vier Abgeordnete versagten der Ministerpräsidentin in spe nicht nur ihre Gefolgschaft, sondern kündigten an, gleich der ganzen Partei den Rücken zuzukehren. Dass Dagmar Metzger ihre Stimme bei der geplanten Wahl verweigern würde war bekannt. So blieb Frau Ypsilanti eine hauchdünne Mehrheit von nur einer Stimme. Aus diesem Grund versicherten sich die drei Bündnispartner SPD, Die Grünen und Die Linke gegenseitig durch Probeabstimmungen, dass die knappe...

Sechs, Setzen

Die FAZ berichtet, dass die Abgeordneten der Union bei der Stimmabgabe für die am Dienstag geplante Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin einfach sitzen bleiben könnten, um zu verhindern, dass jemand versehentlich seine Stimme für die falsche Seite abgibt: „Die 42 Unionsabgeordneten, so die Überlegung, könnten nach dem Aufruf, ihre Stimme abzugeben, einfach sitzenbleiben. Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass niemand versehentlich seine Stimme für die SPD-Kandidatin abgebe, sagte ein Fraktionsmitglied, das ungenannt bleiben wollte.“ In diesem Fall würde ich empfehlen, gleich komplett sitzenzubleiben. Wer derart große Lücken im politischen Grundhandwerk besitzt, sollte doch lieber noch einmal eine Ehrenrunde...

Niemals geht man so ganz

Kurt Beck hat lange gewartet, doch am 07. September 2008 ist er von seinem Amt als Parteivorsitzender der SPD zurückgetreten. Vielen galt der provinzverbundene Chef als Inkarnation der schlechten Umfragewerte der Partei und sein Bild in der Öffentlichkeit war oftmals dementsprechend. Am Ende stand der „Fangschuss für den Problembären“ (Link nicht mehr gefunden) wie der Spiegelfechter elegant und etwas bösartig titelt. Die BussiBeck-Cartoons im Satiremagazin „Titanic“ gaben ein Abbild des ehrlichen aber glücklosen Bemühens des einst als Kanzlerkandidat gehandelten. Das Bild in der deutschen Presse und in den Umfragen war teilweise desaströs, ob durch eine Kapagne befördert oder nicht. Hinzu...