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Inzwischen in Griechenland

Nicht nur in Italien, sondern auch in Griechenland werden Reformen vorangetrieben. Auch hier ist es zunächst ein gutes Zeichen, welches langfristig zu größerer finanzieller Stabilität in Europa führen kann. Da Griechenlands Wirtschaft im Vergleich zu den meisten anderen Eurostaaten besonders angegriffen ist, bleiben jedoch weiterhin die Fragen offen, ob Griechenland überhaupt auf konventionelle Weise sanierbar ist und inwieweit Griechenland in der Lage und Willens ist, beschlossene Reformen in der Praxis auch konsequent und effektiv umzusetzen.

Wut auf Schäuble

Der Vorstoß von Wolfgang Schäuble, Griechenland zeitweise aus dem Euro zu entlassen, um dem Land zu ermöglichen, in dieser Zeit seinen Haushalt zu sanieren, mag technisch einen sauberen Hintergrund haben, emotional war er jedoch das Puzzlestück, das im Bild des bösen Deutschen noch gefehlt hatte. Wenn die griechischen Medien jetzt auf mehr oder weniger geschmackvolle Weise die Opferrolle ihres Landes darlegen, sind die kurzfristigen politischen Folgen verheerend. Doch letztlich ist es traurig, dass immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt werden muss: Griechenland ist alleine verantwortlich für seine Schuldenlast. Griechenland ist nicht fähig und nicht willens, seine wirtschaftlichen Probleme alleine in den Griff...

Aufrechnen, Abrechnen und Gegenrechnen

Die Sachlage in der Griechenlandkrise ist für mich nicht komplett zu durchschauen. Recht offensichtlich ist, dass Griechenland dringend Geld braucht, um die akut drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Ob es sich dabei um 53,5 Milliarden oder doch um eher 72 Milliarden handelt, die benötigt werden, um die wesentlichen Folgen abzuwehren, scheint da auf den ersten Blick das geringste Problem zu sein. Die Hauptfragen gehen meines Erachtens jedoch ums Prinzip und für diese Fragen scheint es derzeit keine allgemein akzeptierten Antworten zu geben. Solange diese Fragen jedoch nicht geklärt und gegeneinander gewichtet wurden, gibt es keine Einheit und auch keine fundierte Entscheidung in...

Keine Zeit für große Gefühle

Es ist schon erstaunlich, wie die Medien versuchen, auf die Stimmung der Öffentlichkeit und der verantwortlichen Politiker einzuwirken. Sicherlich ist auch die Meinungsbildung ein Teil ihrer Aufgabe, doch für wesentlich wichtiger halte ich die neutrale sachliche Information. Vielleicht ist die Eurokrise den Medien auch zu kompliziert, um sie ihren Konsumenten zu erklären, doch dieser Mangel lässt sich dann eben nicht einfach durch mehr oder weniger begründete tendenziöse Meinungsmache ersetzen. Doch allein bei Spiegel Online gibt es heute gleich zwei dieser teilweise unterschwelligen Appelle an Angela Merkel und an Wolfgang Schäuble, die in ihrem Tenor anzudeuten scheinen, dass Wolfgang Schäuble aus...