Markiert: Sigmar Gabriel

Gabriels Obszönitäten

Sigmar Gabriel benannte gestern abend bei „Beckmann“ den Videoauftritt von Edward Snowden bei Putins Fernsehfragestunden als ‚obszön‘. Dies zeige ‚wie sehr für den Mensch Snowden dort schwierige Bedingungen herrschen und dass Putin das brutal ausnutzt‚. An dieser Stelle endet jedoch Gabriels Aufregung. Die Tatsache, dass die westlichen Länder und darunter auch die Bundesrepublik Edward Snowden kein sicheres Asyl bieten wollen, gehört anscheinend nicht mehr zu den Obszönitäten in der Welt des SPD-Oberen.

Marietta gegen Sigmar

Auch bei Fragen kommt es auf die -technik und die -stellung an. Normalerweise verlaufen Politikerinterviews in Deutschland so nichts sganed und langweilig, dass sich die Medienlandschaft und der Zuschauer freut, wenn es mal einen Knalleffekt mit Unterhaltungswert gibt. Leider gerät der Informationswert in beiden Fällen in den Hintergrund. Ich denke, nach allem was über das Interview zwischen Marietta Slomka und Sigmar Gabriel gesagt wurde, fasst Jakob Augstein das am Besten zusammen und macht sich wichtige Gedanken darüber hinaus.

Von Idioten umgeben

Nun hat Susanne Gaschke also aufgegeben und ist als Oberbürgermeisterin von Kiel zurückgetreten. Und wieder mal war es ein sehr emotionaler Abschied, der in Norddeutschland eigentlich untypisch sein sollte. Anders als bei den zahlreichen Rücktritten die Schleswig-Holstein zuvor erlebt hat, bei denen man zumindest die Betroffenheit leicht nachvollziehen konnte, scheint der Fall Gaschke dagegen ein Fall zu Fremdschämen zu sein und auf einem falschen Welt- und Selbstbild zu beruhen. Das Problem ist nur, dass Susanne Gaschke mit allen ihren Vorwürfen im Kern Recht hat. Sicher ist die Politik testosterongesteuert, sicher schreiben Zeitungen oft Dinge, die nicht nett oder gar verdrehte...

Wem nützen Neuwahlen?

Auch, wenn es auf den ersten Blick nicht so ausgesehen hat, kennt die Wahl im Augenblick eigentlich nur Verlierer: die FDP sowieso, von den Piraten und den anderen kleinen Parten gar nicht zu reden. Die AfD hat einen Achtungserfolg erzielt, für den sie sich letztlich aber auch nichts kaufen kann (sieht man von der Wahlkostenerstattung ab. SPD, Grüne und Linke haben an Gewicht verloren und sich im Vorfeld der Wahl so weit voneinander angegrenzt, dass sie sich alle Handlungsoptionen genommen haben und die CDU ist der Klassenprimus, neben dem aber keiner sitzen will. Insofern stellt sich die Frage, ob nicht...