Markiert: Urheberrecht

Mit den eigenen Waffen geschlagen

Ich persönlich halte das Urheberrecht ja für eigentlich nicht schlecht. Es hat einige Macken, aber prinzipiell auch viele gute Seiten. Zu den besonders großen Macken gehört allerdings die initiale Durchsetzung des Urheberrechts durch anwaltliche Abmahnung. Diese verursacht sogleich Kosten, die in den meisten Fällen extrem unangemessen sind – Sebastian Heiser hat das mal exemplarisch aufgezeigt.

GEMA gesperrt

Gerade habe ich seit vielen Jahren mal meine Favouritenliste aufgeräumt. Leider musste ich feststellen, dass viele Videos mittlerweile nicht mehr verfügbar waren – überwiegend weil die GEMA oder ein anderer Rechteinhaber die Videos für den Aufruf in Deutschland hat sperren lassen. Obwohl es sich bei den fraglichen Videos nicht um Musikvideos im eigentlichen Sinn handelte, waren sie anscheinend doch mit Musik unterlegt, an der die Videomacher keine Rechte hatten. Es ist natürlich hart, soviele Videos nicht mehr sehen zu können. Das Eingreifen der Rechteinhaber verhindert, dass ich zahlreiche Kunststücke und Anleitungen nicht mehr sehen kann. Allerdings ist die Musik, wenn...

70-Jahre-Hits

Das Bundeskabinett hat allen Ernstes einen Gesetzentwurf beschlossen, die urheberrechtlichen Schutzfristen für Musik von 50 auf 70 Jahre nach Veröffentlichung auszuweiten: „Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bewertete dies als wichtigen Beitrag zur finanziellen Absicherung der Künstler im Alter“. Die Argumente, die ganz klar dagegen sprechen, sind im Artikel zum Glück gleich mit genannt. Aber nicht, dass jetzt jemand auf die Idee käme, die Schutzfrist für Autoren einzuschränken. Die gilt nämlich schon 70 Jahre – und zwar gezählt ab dem Tod des Künstlers. Das Geld, was ich posthum durch mein Buch verdienen werde, habe ich bereits für eine geschützte Grabstelle angelegt.

Künstler sind auch nur Menschen

Diesmal nimmt sich der Spiegelfechter des Themas Urheberrecht an. Wer etwas längere Artikel nicht scheut, bekommt dort eine Aufarbeitung und auch Abrechnung mit einigen derzeit immer noch gängigen Positionen. Inhaltlich kann ich dem Ganzen weitgehend zustimmen. Wer also immer noch in die Urheberrechtsdebatte einsteigen will, bekommt hier eine gute Standortbestimmung, ohne gleich eine ganze Artikelserie dazu lesen zu müssen. Randnotiz: Erst am Ende des Artikels habe ich mitbekommen, was mir beim Lesen nicht aufgefallen ist, nämlich dass der Artikel über das Urheberrecht im Spiegelfechter gar nicht von Jens Berger, sondern von Thorsten Beermann stammt. Vom Stil fand ich ihn weitgehend...