Warum ich Flattr benutze

Ich habe mich nun auch entschlossen, auf meinen Webseiten den Online-Spenden-Dienst flattr einzubauen. Bei dem Dienst geht es darum, dass Internetnutzer auf einfache Weise kleine Geldbeträge an Webseitenbetreiber spenden können, um sie für ihre meist kostenlose Angebote zu belohnen.

Flattr ist bereits seit einigen Monaten am Start und seitdem ist auf zahlreichen Webseiten viel darüber geschrieben worden (Link nicht mehr gefunden), so dass ich versuchen werde, meine Einschätzung einigermaßen kurz zu halten.

Die Installation von Flattr

Immer wieder werden auf Webseiten Zugangsschlüssel zu flattr angeboten, denn Flattr befindet sich noch in der geschlossenen Beta-Phase und man benötigt einen persönlichen Zugangscode, um sich anmelden zu dürfen. Der Zugang scheint allerdings kein größeres Problem zu sein, denn ich habe mich auf der flattr-Webseite („Register here to get an invite to use Flattr beta.“) angemeldet und einen Zugangscode bestellt. Diesen erhielt ich kurz darauf per Email. Insofern kann ich nicht ganz nachvollziehen, wie diese Jagd auf die Schlüssel entstehen kann.

Bevor man flattr benutzen kann, muss man selber genügend Geld auf sein flattr-Konto überweisen, da man selber am Bezahlprogramm teilnehmen muss und mindestens 2 Euro im Monat spenden muss, um selber Spenden erhalten zu können. Die Bezahlung erfolgt im Wesentlichen mit Kreditkarte oder per Paypal. Dabei fallen Gebühren sowohl durch den flattr-Betreiber als auch durch den Zahlungsdienstleister an. Nach einer Überweisung von 25 Euro via Paypal landeten 23,80 Euro auf meinem Flattr-Konto, was einer Gebühr von 4,8 % entspricht.

Bei der Installation von flattr kann man entweder einen vorgegebenen Javascript-Button selbst anpassen oder bei bekannter Software (wie zum Beispiel WordPress) auf Plugins zurückgreifen. Da ich zahlreiche unterschiedliche Webseiten mit dem Button versehen habe, brauchte es viel Handarbeit. Zudem funktionierte keines der von mir getesteten WordPress-Plugins, sodass ich kurzerhand ein eigenes zusammen basteln musste. Insgesamt hat es etwa einen Arbeitstag gekostet bis ich flattrbar bin. (Hoffe ich zumindest, denn zunächst brauche ich einen Beweis-Flattrer, der mich flattrt).

Warum Flattr eine gute Idee ist

Liegt auf der Hand. Die Betreiber von Internetseiten liefern oft in aufwändiger Arbeit gute und zumeist kostenlose  Angebote im Internet. Über eine kleine Spende als Anerkennung freuen sich viele und auch viele Besucher sind bereit freiwillig eine derartige Anerkennung zu leisten. Wenn viele Besucher einen kleinen Betrag spenden, könnte so dennoch ein großer Betrag beim Webseitenbetreiber ankommen. Da es jedoch recht aufwändig ist, den Bezahlprozeß durchzuführen, spenden Besucher derzeit meist gar nicht oder nur größere Summen, die sich lohnen an einige wenige Webseiten.

Warum Flattr nicht gut gemacht ist

Die Zugangshürden zu Flattr sind zur Zeit zu hoch. So hoch, dass Flattr ein Angebot ist, dass meiner Meinung nach derzeit allein innerhalb der Internetcommunity verbleibt. Damit meine ich jenen „harten Kern“, der viel im Internet surft und vielleicht sogar selber Internetseiten betreibt. Weniger Netzaffine werden meines Erachtens aus zahlreichen Gründen abgeschreckt. Konkret müssen für nicht Internetaktive Konsumenten die Zahlmethoden angeboten werden, über die sie verfügen. Dies sind insbesondere Banküberweisungen.

Noch schlimmer sieht es für Webseitenbetreiber aus.

Zum einen sind da die technischen Probleme. Diese hatten in meinem Fall eher mit der Umsetzung zu tun als mit der dahinter liegenden Technik und dürfen auch in einer (fortgeschrittenen) Beta-Phase nicht passieren. Allerdings haben meine Webrecherchen nicht so viele Mitbetroffene aufgedeckt, so dass es vielleicht doch auch einfach nur ein verzeihlicher Sonderfall war.

Auch die Bezahlhürde muss erstmal genommen werden, denn auch viele Webseitenbetreiber nutzen weder Paypal noch Kreditkarten. Darüber hinaus ist es nur schwer einzusehen, dass man selber etwas bezahlen muss. Dies scheint mir ausschließlich dadurch begründet, Geld in das in sich geschlossene System (und die Kassen der Betreiber) zu spülen. Spenden ist zudem etwas freiwilliges. Jeder Betreiber kann ja durchaus freiwillig als Nutzer am Spendenprogramm teilnehmen. Wenn er jedoch spenden muss ist das wie ein Musiker, der Eintritt zu seiner eigenen Veranstaltung zahlen muss, um da auf die Bühne zu kommen.

Was ich von Flattr erwarte

Nun eigentlich nicht viel. In erster Linie sehe ich flattr als ein Experiment, denn ich traue flattr schon zu, das derzeitige Wachstum fortzuführen und sich als vorläufiger Standard im Internet zu etablieren. Insofern wollte ich einmal ausprobieren, wie man flattr integrieren kann und welche Rückmeldung man dadurch bekommt.

Die Rückmeldung wird sich in erster Linie durch die Anzahl der geflattrten Beiträge bemessen. Eine große finanzielle Einnahme ist kaum zu erwarten. Wenn es die Tageszeitung „taz“ auf etwa 1000 Euro Monatseinnahmen bringt, sollte es für normale und insbesondere kleinere Webseitenbetreiber schwer sein, überhaupt ihren Mindest-flattr-Beitrag zu erwirtschaften.

Außerdem halte ich die Grundidee von flattr für gut und unterstützenswert. Aus diesem Grund will ich zum Abschluss auf die Alternative Kachingle hinweisen. Diese verlangt keinen Mindestbeitrag und scheint insgesamt weniger auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet. Allerdings hat die Seite im Augenblick anscheinend Mühe, mit der Verbreitung von flattr mitzuhalten.

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7 Responses

  1. Andreas sagt:

    Nun, Banküberweisungen sind laut Flattr noch geplant als Ein- und Auszahlungsmethode. Derzeit arbeite man vor allem an der Technik (gerade gehen ja API-Sachen raus). Dass man auch spenden muss um zu empfangen kann tükisch sein, wenn nur Geld hin und her geschoben wird. Es gibt aber auch Argumente dafür, es so zu halten. Schließlich ist Flattr in erster Linie zum spenden da, nicht zu spenden bekommen…

  2. Aerar sagt:

    Die Probleme, die ich hatte waren vermutlich auch keine flattr Probleme, sondern wie es aussieht Probleme von den Plugins. Insofern scheint die Technik schon gut zu funktionieren. Was bei mir noch gar nicht funktioniert ist die „Thing Submission“, die ich einmal ausprobiert habe und die auf einer weißen Seite endet, ohne das ich erkennbar etwas submitted habe. Und ob die Flattr-Buttons an sich funktionieren kann ich auch noch nicht sagen, da ich bislang nichts geflattrt bekommen habe.

    Beim Spenden sehe ich das aus mehreren Gründen anders. Zum einen wegen der Gefahr des Kreisverkehrs, den Du erwähnt hast. Dann aber auch, dass ich Spenden für etwas freiwilliges halte und eine Zwangsspende an sich schon für widersprüchlich halte. Diese hält meines Erachtens einige vom flattr-Button erstellen ab. Bei mir war es beinahe ebenso, da ich weder paypal noch Kreditkarte besitze. Zu guter letzt glaube ich anders als du, dass es in erster Linie um das Spenden geht. Ich sehe flattr eher als Dienst für Spender, die gerne etwas zurückgeben wollen und es anders nicht schaffen. Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich angefangen habe Internetseiten zu erstellen, um dem „Internet“ etwas zurückzugeben von dem was ich darin gefunden habe. Letztlich braucht es aber zum Spenden wohl beides: Spender und Empfänger.

  3. Andreas sagt:

    YOu’ve been flattred ;)
    Also ich glaube ja es ist zum Geben. Sonst würde jeder um Spenden betteln, auch Leute die nicht der Schenkökonomie angehören. Man hat ja nichts zu verlieren. Klar sind Spenden irgendwo freiwillig, aber ich muss ja nicht mitmachen.

    Also submit a thing klappte bei mir bisher immer.

  4. Aerar sagt:

    Oh, vielen Dank. Mein erstes flattr. I feel so flattered ;-)
    Das ist aber auch doppelt schön, denn nun weiß ich, dass es funktioniert.
    Submit a thing funktioniert immer noch nicht, aber ich habe auch nicht ganz verstanden wozu das gut sein soll. Ich vermute, dass man es dann bei flattr in der Suche findet?! Dein Klick erscheint auf jeden Fall unter der Rubrik „My latest things“ und „Things I have flattred“ klappt auch sehr zeitnah. Und ich kann ja ohnehin nicht jeden einzelnen Blogpost manuell über „Submit a thing“ eintragen…

    Ja ich glaube auch, es ist zum Geben. Es macht viel Spaß, gute Artikel und Seiten zu flattrn. Natürlich macht geflattrt werden auch Spaß. Und ein gutes Konzept ist letztlich vermutlich auch, dass man vorher eine Grenze setzt, so dass man sich nicht im Enthusiasmus pleite flattrt.

  5. Andreas sagt:

    Naja, man kann sich ja nicht pleite flattredn, da man seine Monatsausgaben einstellt und höher werden sie ja nicht, egal wie oft ich klicke. Und ich komm aus dem Medienbereich, ich weiß das an vielen Stellen Geld fehlt (an anderen wird aber auch nur unverschähmt gejammert).
    Das submit a thing ist für leute wie mich ohne plugin, die ihre Things manuell eintragen müssen. Dann ists im system und du kannst nen statischen Button einbinden- zu sehen sind die Teile auf meinem Blog.

    Ja, hast ja solange gebettelt, dass ich geklickt habe ;)

  6. Aerar sagt:

    Ja, so ein „Beweis“-Flattr war doch recht wichtig, da ich ja die letzten Tage alles manuell angepasst habe und noch keinen flattr hatte. Da war die „Hoffnung“, dass meine Methode technisch fehlerhaft ist. Nun habe ich den traurigen Beweis: Außer einem hilfreichen Beweisflattrer habe ich nichts zu Erwarten ;-) Naja einen „richtigen“ flattr habe ich auch noch bekommen. Sind schon zwei. :-D Ich habe aber bei dir auch schon „zurückgeflattrt; stimmt also doch mit dem „Kreisverkehr“ :-P

    Warum machst du das den mit einem statischen Button? Kann man bei wordpress.com keine Plugins installieren? Das wäre komisch. Du musst also jeden Artikel vorher bei flattr „submitten“ und dann (manuell?) einen flattr-Button einbauen? Warum machst du das den mit einem statischen Button? (um die Frage vom Absatzanfang wieder aufzugreifen..)

  7. Andreas sagt:

    Jo, wordpress.com erlaubt nur eine ganz begrenzte Anzahl von Plugins und ich habe deziet keine Lust auf einen eigenen Webspace umzuziehen, und eigentlich auch keinen wirklichen grund dazu. Vor allem müsste ich meine Leser mit ziehen, das wäre ein Unterfangen. Und bei wordpress.com ist der Pagerank auch hervorragend