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Der Gemeinplatz der Politik

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Kalte Enteignung

3 April, 2014 (10:52) | Finanzen | By: Aerar

Wolfgang Münchau – was treibt diesen Menschen nur? Seit Monaten das gleiche Thema und derart beliebig argumentiert, dass selbst ein Laie wie ich den groben Unsinn in diesen Thesen erkennt:

“Wenn jetzt die Zentralbank die Inflation nicht nach oben bringt, steht am Ende der Schuldenschnitt.”

Das mag vielleicht stimmen, doch letztlich ist Inflation nichts weiter als ein verkappter Schuldenschnitt.

“Wer die Schuldenfreiheit zum Ziel erklärt, verzichtet auf Investitionen und Wachstum und spart sich zu Tode.”

Schulden sind kein Selbstzweck, sondern bestenfalls Teil eines Finanzierungskorridors und dort befinden wir uns zur Zeit auf der dunkelroten Seite.

Das einzige, was mich ärgert, ist dass ich immer wieder auf sein provokantes Geschreibsel hineinfalle. Andererseits muss man vermutlich ebenso gebetsmühlenartig dagegen anargumentieren, damit sich sowas nicht in den Köpfen anderer festsetzt.

Pilotenspiel

2 April, 2014 (13:39) | Recht, Soziales, Wirtschaft | By: Aerar

Der Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) legt derzeit den Flugbetrieb der Lufthansa lahm, wovon Tausende von Flügen betroffen sind. Dieser Streik betrifft vermutlich nicht nur mutmaßlich Hunderttausende von Passagieren, sondern wohl mindestens ebenso viele Empfänger von Paketlieferungen. Denn auch, wenn das in den Medien kaum erwähnt ist, wird sicher auch die Lufthansa Cargo von dem Streik betroffen sein und damit die Lieferkette der Paketlieferdienste ausbremsen.

Ich halte diesen Streik für absolut unverhältnismäßig. Es kann in meinen Augen nicht im Sinne des Streikrechts sein, dass eine kleine elitäre Gewerkschaft, deren Mitglieder zufälligerweise an Schlüsselpositionen sitzen, ihre begrenzten Interessen auf dem Rücken eines Großteils der Bevölkerung austrägt. Dieses Problem betrifft ja nicht nur die Piloten, sondern auch zahlreiche andere Bereiche wie etwa Lokführer oder Fluglotsen. Ich halte es darum für dringend geboten, die, aus meiner Sicht mißbräuliche, Nutzung des Streikrechts auf ein nachvollziehbares Maß einzuschränken.

Sonntag Zeitumstellung

29 März, 2014 (12:28) | Ausland, Recht | By: Aerar

In der Nacht auf Sonntag, also den 30.März, werden die Uhren wieder eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt. Diesmal “verlieren” wir also eine Stunde. Aber nicht deshalb habe ich bereits mehrfach geschrieben, wie unsinnig ich diese Zeitumstellung finde, weil sie nicht nur nervt, sondern immense Kosten und Aufwand verursacht für einen bestenfalls geringen wirtschaftlichen Nutzen.

Gestern habe ich durch einen Fernsehbericht allerdings gelernt, dass zwar viele Menschen genauso denken, dass aber die Abschaffung des Systems Sommerzeit und Winterzeit neben der Trägheit der Politiker und der echten und vermeintlich Unwichtigkeit des Themas dadurch erschwert ist, dass die Zeitumstellung länderübergreifend praktiziert wird und in Europa weit verbreitet ist.

Unter dem Aspekt kann es natürlich tatsächlich kontraproduktiv sein, die unsinnige Regelung im nationalen Alleingang abzuschaffen. Jedoch unterminiert das dann aber sogleich mein bereits arg erschüttertes Vertrauen in die EU-Bürokratie: für jeden Kram werden aufwändig und oft realitätsfern Regeln erstellt. Die simple Abschaffung einer bereits im Wortsinn anachronistischen Regel hingegen bekommt sie nicht hin.

Quasi als Ergänzung habe ich gerade noch folgende Anekdote gefunden: Frau Stahn boykottiert die Sommerzeit.

Blaues Buch aus Brüssel

27 März, 2014 (21:50) | Finanzen, Wirtschaft | By: Aerar

Sieht so aus, als hätte die EU-Kommission langsam genug davon, die Banken durch Niedrigzinspolitik zu subventionieren, denn die geben das Geld dann ohnehin kaum an die Wirtschaft weiter. Stattdessen sind lediglich die Sparer wütend auf die EU.

Nun prüft die Kommission darum ein Gesetz eines “Blauen Sparbuchs”, das private Gelder mit besonderen Sicherheiten und Garantiezinsen locken soll, um sie dann direkt an den Mittelstand zu verleihen. Dass die Banken sauer darauf reagieren, nehme ich mal als gutes Zeichen.

Die Bibel als Grundlage

20 März, 2014 (13:33) | In eigener Sache, Politisches Handwerk, Recht, Religion | By: Aerar

Ich habe in letzter Zeit viel Zeit damit verbracht, die Bibel zu lesen und habe nebenher das Gelesene in einem umfangreichen Bibel-Wiki zusammengefasst. Der Grund dafür war, dass ich immer dachte, es wäre wichtig, eines der einflussreichsten Bücher der Menschheitsgeschichte einmal selbst gelesen zu haben und mir selbst ein Bild darüber zu machen, was die Bibel eigentlich tatsächlich aussagt und was von Bibelauslegern lediglich hineininterpretiert worden ist. Anhand dessen wollte ich für mich anschließend die Frage beantworten, inweit die Bibel als Vorbild für das religiöse und das gesellschaftliche Leben taugt.

Das diese Frage schwierig sein würde, hatte ich im Vorfeld geahnt, nun nach meinem ausführlichen Bibelstudium habe ich es auch erfahren. Das erste Probleme an der Bibel, wenn man sie als allgemeine Grundlage nehmen will ist natürlich zunächst die unklare Quellenlage. Die Bibel handelt zwar von Gott, jedoch liest sie sich wie ein Werk von Menschenhand und ist zudem von zahlreichen Autoren. Inwieweit diese tatsächlich dazu berufen sind eine grundlegende Wahrheit zu verkünden, ist bereits Glaubenssache.

Dazu kommt dass die Bibel so umfangreich ist, dass man viele Belegstellen für eine Sichtweise finden kann und gleichzeitig auch für die gegenteilige. Insbesondere die Unterscheide zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament fallen dabei auf. Das Problem scheint mir dabei, dass so bei der Auslegung jederzeit Randnotizen zu allgemeinen Glaubensgrundsätzen überhöht werden können und auch werden. Gleichzeitig werden offensichtliche Glaubensgrundsätze wie etwa die Zehn Gebote in der Auslegung und in der Bibel selbst häufig relativiert. Dadurch scheint die Bibelauslegung für mich von einer Beliebigkeit, die gefährlich wird, wenn man sie zu allgemein geltenenden Geboten erkürt. Selbst wenn die Bibel einen Zugang zu Gott liefert, sollte man stets bedenken, dass sie von Menschen geschrieben wurde und von Menschen ausgelegt wird. Insofern taugt die Bibel zwar vielleicht als Grundlage für eine Glaubensbildung oder zur Anregung von eigenen Denken und Handeln. Für allgemeingültige weltliche Gesetze in einer säkulären Weltsicht ist die Bibel dagegen kaum geeignet und das Heranziehen einzelner Bibelstellen oder auch von christlichen Werten im gesellschaftlichen und politischen Umgang wird weder der Gesellschaft noch der Bibel gerecht.