Ausstiegsszenarien

Immer wieder bekommt man zu lesen, dass die Grünen dem geplanten Atomausstieg der Bundesregierung kritisch gegenüber stehen müssten, weil sie damit womöglich eines ihrer Hauptthemen verlöre und damit eben auch an Bedeutung. Außerdem würde ein Atomausstieg unter der Führung von Schwarz-Gelb die Grünen um den historischen Lohn ihrer Anti-Atomkraft-Politik bringen.

Zugegeben, die Grünen sind, nicht zuletzt schon ihrem Namen nach, eine Umweltpartei, die vom Reaktorunfall in Japan deutlich an Zustimmung gewonnen hat. Die derzeitigen Beliebtheitswerte wird sie daher konsequenterweise auch nicht halten können. Dennoch ist diese temporäre Zustimmung und der vermutliche Atomausstieg am Ende in großem Maße ihrer eindeutigen Haltung in dieser Frage zu verdanken. Für die Zukunft gibt es zahlreiche offene ökologische Fragen und auch in anderen Politikbereichen, in die die Grünen sich einbringen können. Überflüssig werden sie durch den Ausstieg also nicht. Die Zustimmung, die rein auf dem Atomwiderstand und der Reaktorkatastrophe beruhte, werden sie vielleicht verlieren, haben jedoch eine langfristige Sympathie erarbeitet, die sich insbesondere auch auf breitere Wählerschichten erstreckt.

Doch selbst, wenn die Grünen sich überflüssig machten, wäre das ein Erfolg – vermutlich sogar der größere, zumindest, wenn es ihnen um politische Inhalte und nicht um Parteiinteressen geht.

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