Viel Lärm um wenig

Gefühlt einmal im Quartal es wieder einmal soweit: die Batterie des Rauchmelders nähert sich langsam ihrem Lebensende, was dieser durch regelmäßige Warnsignale kundtut. So ein Rauchmelder weiß es ja auch nicht besser. Er weiß nicht, dass es drei Uhr nachts ist und dass dann im Halbschlaf auf einen Stuhl zu steigen, oft keine gute Idee sein könnte. Er weiß nicht, ob in der Küche das heiße Nudelwasser eine Dampfwolke erzeugt oder ob es wirklich brennt. So ein Rauchmelder ist die meiste Zeit ein ziemlich unwissendes, manchmal nerviges oder zuweilen gefährliches Gerät.

Schon lange habe ich den Verdacht, dass der Nutzen des Rauchmelders in keinem Verhältnis zum Aufwand steht, wenn der Nutzen die negativen Effekte denn überhaupt übersteigen sollte. Ich habe da ein bisschen recherchieren wollen, aber dann bald einen Artikel „Brandmelder-Pflicht: Viel Schall um Rauch“ gefunden, der im Großen und Ganzen zusammenfasst, was ich wohl auch geschrieben hätte (sogar meinen geplanten Titel haben sie vorweggenommen).

Das Problem ist, dass es in Deutschland viel zu viele kleine Lobbyorganisationen gibt, die es immer wieder schaffen, ihre Interessen an der Gesellschaft und der Politik vorbei in Gesetze und Verordnungen zu schmuggeln. In dem Fall, dass etwa die Feuerwehren und die Schornsteinfeger mit im Boot sitzen, ist das besonders perfide, weil man die Lobbyisten nicht einmal boykottieren kann. Den Nutzen hat eine kleine Lobby, die Kosten und die schlaflosen Nächte haben alle. Doch weil jeder Tote immer einer zuviel ist, lässt sich damit auch jeder Unfug begründen.

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