Vergewaltigungen durch Ausländer

Wenn ich Artikel über mutmaßliche sexuelle Übergriffe oder Belästigungen lese, sei es in Köln, Kiel und jetzt in Norderstedt, sind gefühlt in 90% der Fälle die tatsächlichen oder mutmaßlichen Täter Ausländer, häufig Migranten, und die Opfer deutsche Frauen. Ich habe das nicht wissenschaftlich betrieben, insofern kann ich dafür keine belastbare Statistik anführen. Doch gesetzt den Fall, dass sich meine Wahrnehmung auch nur annähernd belegen ließe, hat das insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass Ausländer vermutlich einen vergleichsweise geringen Anteil der im Land lebenden Menschen darstellen, doch in irgendeiner Form eine wahrscheinlich schlimme Ursache, die auf den ersten Blick möglicherweise auf eine der folgenden denkbaren (nicht notwendig tatsächlich existierenden) Gründe zurückzuführen ist:

Falschmeldungen: Eventuell werden hier gezielt Falschmeldungen in die Welt gesetzt, auf die ich hereinfalle. Tatsächlich werden meiner Meinung nach viele Falschmeldungen bezüglich derartiger Übergriffe in die Welt gesetzt. Doch bislang bin ich davon ausgegangen, dass dies überwiegend in „Medien“ geschieht, die ich normaler Weise nicht lese. Gerade „Panorama“-Nachrichten (so ist der oben verlinkte Artikel, soweit ich es sehe, zumindest kategorisiert) lese ich eigentlich ausschließlich bei SpOn beziehungsweise in den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Beide hielt ich bislang nicht für besonders verdächtig, gezielt Falschmeldungen in Umlauf zu bringen. Insofern denke ich, dass gezielte Falschmeldung durchaus ein Problem darstellen, hoffe aber selbst von solchen nur am Rande betroffen zu sein.

Medialer Schwerpunkt: Eventuell aber sind die Medien jedoch „auf dem deutschen Auge blind“ und Nachrichten mit deutschen Belästigern und Vergewaltigern haben nicht den Nachrichtenwert, um es in die Berichte zu schaffen. Das allerdings wäre in meinen Augen fatal und durchaus im Bereich einer verdeckten Diskriminierung zu sehen. Tatsächlich sollten sozialer Status oder Herkunft eines Täters in meinen Augen nur genannt werden, wenn sie eine besondere Bedeutung und einen Erkenntnisgewinn für den Bericht bedeuten. Sicherlich kann man sich eventuell auf den Standpunkt stellen, dass gerade in der ausländerskeptischen Grundstimmung, in der sich Bürger, durchaus auch zu Recht fragen, wie gut die Integration funktioniert, Übergriffe durch Ausländer ein berichtenswertes Merkmal darstellen. Dann jedoch muss ganz klar gemacht werden, wie die erwähnten Übergriffe statistisch einzuordnen sind, gerade in Bezug zu Nicht-Ausländern, sofern über diese weniger berichtet wird. Immerhin scheint die Zahl der polizeilich erfassten Übergriffe auch in den Jahren 2001-2014, also vor der aktuellen Flüchtlingswelle, gleichbleibend bei etwa 20 Fällen pro Tag gelegen zu haben.

Falscher Verdacht: Wenn wir von polizeilich erfassten Übergriffen reden, ist natürlich auch denkbar, dass bereits die Ermittlungen bewusst oder unbewusst Ausländer verstärkt in Verdacht ziehen. Dies könnten Vorurteile bei den ermittelnden Beamten sein oder aber auch bei den Anzeigestellern und Augenzeugen, die vielleicht vermehrt Ausländer als mutmaßliche Täter identifizieren. Statistisch könnte eine solche Tendenz eventuell sogar auch dann den Anschein gegen Ausländer richten, wenn sie nicht auf falschen Verdächtigungen, sondern auf Tatsachen beruhte, in dem Fall, dass tatsächliche Straftaten von Ausländern durch eine bestehende Grundeinstellung der Aufklärer gezielter verfolgt werden könnten als es bei einheimischen Tätern getan würde.

Sexuelle Unangepasstheit: Denkbar ist auch, dass Ausländer tatsächlich ein Problem mit ihrem Sexualverhalten und den hierzulande geltenden Umgangsformen haben. Wenn es so wäre, wäre dies mit Sicherheit eine statistische Aussage, die nicht jeden Ausländer automatisch zu einem potentiell Übergriffigen macht. Doch dies ist in der Praxis dann häufig nur eine logische Überlegung, die sich die wenigsten konkret vor Augen führen werden, wenn es um das eigene Bauchgefühl geht. Tatsächlich sind derartige Vorurteile auch durchaus salonfähig, etwa wenn Schwimmbäder, wie jetzt auch in Norderstedt, angeblich partiell gesperrt werden oder in Schwimmbädern mehrsprachige Ratgeber mit sexuellen Umgangsformen verbreitet werden. Allerdings ist es hier schwer, zwischen Vorurteilen und vielleicht notwendigen Maßnahmen zu unterscheiden, sollte es tatsächlich eine signifikant höhere Gefährdung durch Ausländer geben. Sollte diese tatsächlich existieren, müsste diese jedoch dringend belastbar belegt werden und dann entsprechend dagegen gesteuert werden.

Vielleicht gibt es weitere Gründe, die ich oben ausgelassen habe. Bei den genannten jedoch scheint mir in erster Linie das Problem, dass es nach meinem Wissen keine belastbare statische Analyse gibt, die die oben genannten Gründe belegen oder widerlegen würden. Die Erstellung und auch die Verbreitung einer seriösen Analyse wäre jedoch ein notwendiger Punkt, weil sonst die Gefahr besteht, Menschen aufgrund eines Bauchgefühls unter Generalverdachts zu stellen.

 

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