Das Maß ist halbvoll

Eigentlich muß es ja „die Maß“ heißen in Bayern, insbesondere, wo gerade wieder Oktoberfest ist. Und ob sie halbvoll sein wird, wird sich auch erst am 28. September zeigen, wenn die Bayern zur Wahl gegangen sind. In neueren Umfragen sieht es ja nicht allzu gut aus. Von 47 % ist dort die Rede und die Frage nach den 50 plus oder minus x scheint die alles entscheidende Frage bei der Bayernwahl zu sein.

Ist sie aber nicht mehr. Allein die anhaltende Diskussion über einen möglichen Verlust der absoluten Wählermehrheit hat die Entmystifizierung der über Dekaden allmächtigen CSU bereits in den Köpfen der Nation verankert. Dem nüchternen Betrachter bleibt nur festzustellen, dass das Wahlergebnis der CSU immer noch hervorragend sein wird und zugleich ein Disaster im Vergleich zu den geradezu phantastischen 60,7%, die sich die Partei in der letzten Wahl selbst vorgelegt hat. Doch nüchtern darf man eine Bayernwahl nicht betrachten, dazu sind die Konstellationen im Alpenland viel zu außergewöhnlich. Vermutlich hatte das auch Günther Beckstein im Sinn als er womöglich versuchte noch ein paar Promille zum Wahlergebnis hinzu zu trinken.

Doch die wirklich entscheidenden Entwicklungen werden sich, bislang wenig diskutiert, am unteren Ende der Parteienlandschaft abspielen. Die offene und somit wirklich spannende Frage ist, mit wem wird die CSU in den nächsten Jahren die Landtagsbank drücken müssen. SPD und Die Grünen werden wieder sicher im Landtag vertreten sein. FDP und Freie Wähler scheinen es ebenso in die Runde geschafft zu haben. Doch auch Die Linke mit einer Prognose von etwa 4% kann sich noch Hoffnungen machen. In Bayern. In den Landtag. Das sollte die CSU noch viel mehr schmerzen als ein möglicher Verlust der „magischen 50%“. Die eigentliche Frage sollte daher lauten „5% plus oder minus x“. O’zapft is.

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