Kirchhof: Gegensteuern

Laut den Nachdenkseiten beinhaltet das Kirchhof’sche Steuermodell eine übermäßige Steuerentlastung der Gutverdienenden. Zumindest haben die das da in einigen Beispielen mal nachgerechnet. Nun ist das mit den Beispielen natürlich immer so eine Sache, denn es gibt immer die verwitwete, alleinerziehende Krankenschwester mit 3,5 Kindern aus Ostdeutschland, die nach einer Änderung des Steuermodells schlechter gestellt ist. Ich denke solche EInzelbeispiele sind trotzdem wichtig, solange sie nicht als aberwitzige Leuchtturmbeispiele verwendet werden.

Die Nachdenkseiten tun das aber anscheinend nicht, sondern nehmen einfache Modellfälle und was die dabei herausbekommen, klingt wirklich nicht gerecht verteilt. In diesem Fall aber wäre tatsächlich die Frage nach der tatsächlichen Praxis interessant, denn die höhreren Einkommen rechnen ja derzeit gerade nicht nach solchen einfachen Tabellen ab, sondern nutzen in der Regel jedes Schlupfloch und Steuersparmodell, so dass ich glaube, die tatsächlichen aktuellen Steuerzahlungen sind derzeit ebenfalls deutlich niedriger als die Zahlen, die die Nachdenkseiten in ihrer Tabelle haben. Und das ist ja das Problem mit dem derzeitigen Steuersystem, dass es eben kaum vergleichbar ist.

Dennoch ist das Nachrechnen der Steuermodelle gut und richtig, denn auch ein vereinfachtes Steuersystem kann natürlich ungerecht sein. Das muss man im Auge behalten, jedoch besteht in einem einfachen Steuersystem viel leichter die Möglichkeit die Verteilung der Lasten durch Anpassung von einzelnen Faktoren zu verschieben.

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