Der geprügelte Herr Rösler

Nachdem ich gerade etwas gegen die Piraten gestichelt habe, obwohl ich mich über deren Erfolg eher freue, versuche ich nun, die FDP und Philipp Rösler wieder etwas aufzubauen, obwohl ich denke, dass deren schlechtes Abschneiden bei der Wahl mehr als verdient ist. Aber schließlich ist das hier ein Diskussionsblog, wo man auch mal kontrovers und konträr seine Meinung darstellen kann.

Die FDP hat historisch verloren, obwohl Parteichef Philipp Rösler kurz vor Wahllokaltoresschluß noch einmal die Eurokeule herausgeholt hat (ob die bald sogar die Nazikeule ablösen kann ?). Dafür hat er ihm Vorfeld viel Kritik einstecken müssen, die natürlich jetzt nachträglich Recht bekommt. Doch ist das wirklich so?

Die FDP hatte in Berlin ohnehin schon bei der letzten Wahl Probleme mit der Fünf-Prozent-Hürde und aus Richtung der Bundespolitik ein Desaster nach dem anderen produziert. Und zwar kontinuierlich von Beginn an mit der Hotelsteuer bis zum letztlichen Gebetsmühlen einer Steuererleichterung aus Prinzip, sei sie noch so unsinnig und vom Wähler ungewollt. Und diese harte ausdauernde Zerstörungsarbeit soll auf einmal nichts mehr Wert gewesen sein? Statt dessen hat Philipp Rösler im Alleingang das Parteischiff vor der griechischen Küste versenkt?

Kann ich nicht glauben und halte ich für Polemik. Zudem finde ich dieses Detail sehr ärgerlich, denn ich stehe der bedingungslosen Griechenlandrettung (im proletarischen Volksmund als Banken-Bailout verballhornt) sehr kritisch gegenüber. Die europäische Idee, die Angela Merkel und die Scheinheiligen Rufer nun beschwören, haben sie zuvor selbst verraten durch mangelnde Prüfung von Beitrittsländern, Verbiegung der Neuverschuldung nach eigenem Belieben und der heimlichen Einführung einer Transferunion. Europa ist ein schöner und schützenswerter Gedanke, aber wenn man Europa um jeden Preis retten will, steht man am Ende vielleicht in einem Scherbenhaufen.

Und so muss man nur schauen, welche Berufspolemiker am Start sind, wenn Sigmar Gabriel und die griechische Presse vereint schadenfroh sind. Polemik ohne Inhalte finde ich widerlich. Ein Grund, weshalb die SPD für mich zum Beispiel immer noch unwählbar ist, ist zum Beispiel die parteipolitische Polemik von Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen die Ideen eines gewissen Paul Kirchhof.

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