Kein Olympia für Hamburg

Am Sonntag haben die Bürger von Hamburg in einer leider nur knappen Entscheidung gegen eine Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2024 gestimmt. Bei der Berichterstattung hingegen haben sich die Medien in den Fernsehnachrichten (gesehen habe ich „heute journal“ und „tagesthemen“) in meinen Augen deutlich weniger ausgewogen präsentiert und haben aus meiner Sicht die Olympiabefürworter deutlich mehr ins Bild gebracht als die eigentlich siegreichen Gegner. Vermutlich schon allein, weil die Gegner sich nicht zu einer derartig prestigeträchtigen und ebenso teuren Siegfeier verabreden konnten, wie die stark gesponsorten Olympiabefürworter. Geld kauft Aufmerksamkeit. Doch zum Glück hat die gekaufte Aufmerksamkeit der millionenteuren Olympiakampagne nicht ausgereicht, die Kandidatur durchzudrücken.

Die Unausgewogenheit der finanziellen und politischen Mittel bei dem Erreichen von den Zielen ist der eine Skandal, der andere ist, dass die Medien auch weiterhin dazu zu neigen scheinen, direkt oder indirekt die Entscheidung auch im Nachhinein als „verpasste Großchance“ und „mutlose Verweigerungshaltung“ abzutun, wie etwa in diesem Kommentar nahegelegt. Würden sich die Medien darauf beschränken, neutral über Fakten zu berichten, dann könnte sich der Bürger selbst ein unvoreingenommenes Bild machen. Ich zum Beispiel finde, dass etwa die hier dargestellten Gründe für eine Bewerbung recht nebulöse emotionsbehaftete Wunschträume darstellen, die durch die aufgeführten Gegenargumente leicht entkräftet werden. Dass die Bewerbung trotz dieser Unterstützung der Wirtschaft, der Politik und auch der Medien abgelehnt wurde, ist deshalb eine bewusste mutvolle Aussage und ein Hoffnungszeichen. Angst alleine macht, dass bei solch einer klaren Entscheidung wie dieser das Ergebnis überhaupt so knapp ausgefallen ist.

 

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